Elena Tarasenko

Rendezvous, Öl auf Leinwand, 100 x 90 cm

Mit ihrer hyperrealistischen Malweise beschwört die Künstlerin die Magie der Dinge herauf und nimmt sich dabei den traditionellen Genres Portrait und Stillleben ebenso souverän an, wie sie sich Zitate der Malerei der Alten Meister zunutze macht. In ihren Ölgemälden schimmert der Einfluss der Malerei der Neuen Sachlichkeit durch, indem die Realität fast wie unter einem Vergrößerungsglas gefiltert wird, sodass wichtige Details umso mehr in den Brennpunkt rücken. Ihre Farbzusammenstellungen komponiert sie dabei altmeisterlich raffiniert. Elena Tarasenko gibt in ihrer Malerei ein Stück von ihrer Lebenswirklichkeit preis, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit zu erheben.

Ihre Auseinandersetzung mit einer veränderten Lebenswirklichkeit nach der Wende spiegelt sich vor allem in den Motiven wider. Ein Merkmal, das die nach 1970 geborenen Künstler aus Lettland verbindet, da sie den sozialistischen Realismus der russischen Okkupation ihrer Heimat nicht mehr erlebten und die Kunstszene nach dem Fall des Eisernen Vorhangs betraten. Sie beschäftigen sich vielmals mit dem urbanen Milieu, in dem sie leben. Aber auch mit Träumen und Obsessionen des alltäglichen Verhaltens, das diese Umgebung hervorbringt.